Grabring der Kaiserin Irene

gestorben 1208
begraben im Kloster Lorch

Ein Hinweis auf den Ring, welcher mit Irene von Byzanz, Gemahlin König Philipps von Schwaben in Verbindung gebracht wurde und noch wird, kann dieses Schmuckstiick nur in die Erinnerung zurückrufen. Es ging verloren, doch besitzen wir eine Kopie nach dem Original. Auch sie strömt noch den Zauber spätmittel-alterlicher Frömmigkeit und Kunst aus.
Irene war die Tochter des byzantinischen Kaisers Isaak II. Angelos Porphyrogennitos (1185 - 1195), dessen trauriges Schicksal, von dem Bruder gestürzt und gefangengesetzt worden zu sein, Irene noch miterlebte. Kaum dem Kindesalter entwachsen, wurde sie dem Sohn Tankreds von Sizilien, Roger, verlobt und kam 1193 nach Palermo. Nach der Eroberung Siziliens durch Kaiser Heinrich VI. kam sie 1195 als Gefangene von Palermo nach Bari. Sie wurde die Gemahlin König Philipps von Schwaben, des mildesten und frömmsten Staufers. Die Ehe, aus der vier Töchter hervorgingen, wurde glücklich, dauerte aber nur elf Jahre. Nach der Ermordung Philipps 1208 zog sich Irene auf den Hohenstaufen zurück, wo sie schon zwei Monate später an einer Frühgeburt starb. Walter von der Vogelweide hat die edle, gottergebene und von Leid heimgesuchte Königin als Rose ohne Dorn und Taube ohne Galle besungen.
Sie wurde als letzte aus dem staufischen Geschlecht in Lorch begraben, der Überlieferung zufolge in einer Seitenkapelle der Klosterkirche. Ihr Grab hat sich nicht erhalten.
Ihre sterblichen Überreste ruhen vermutlich mit denen der anderen in Lorch begrabenen Staufer in einer nach dem Brand von 1474 errichteten Tumba inmitten des Langschiffes der Klosterkirche.

Lange bevor der Ring von Byzanz nach Europa kam, hatte er für die orthodoxen Christen in den königlichen Herrscherhäusern eine große Bedeutung. Ihm wurden mystische Kräfte nachgesagt, die vor allen negativen Einflüssen Schutz boten und positive Auswirkungen für das weitere Leben der Trägerin bedeuteten.
Deshalb wurde es zur Tradition, daß die Bürger rund um das Kloster Lorch bei Anlässen wie Kommunion oder Konfirmation, diesen Ring ihren Töchtern als Lebensbegleiter schenkten.

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